Was passiert gerade?
A1, Österreichs größter Festnetzanbieter, schaltet ISDN-Anschlüsse bis Ende März 2026 ab. Das betrifft alle Unternehmen, die noch einen ISDN-Anschluss nutzen — ob Basis- oder Primärmultiplexanschluss.
Das ist kein Gerücht und kein “irgendwann in der Zukunft”. Die Abschaltung läuft bereits. A1 informiert betroffene Kunden schriftlich und bietet Umstellungstermine an. Wer nicht reagiert, steht ohne Telefonanschluss da.
Betrifft Sie das? Wenn Ihr Unternehmen einen der folgenden Anschlüsse nutzt, ja:
- ISDN-Basisanschluss (BRI) — typisch für kleine Unternehmen, 2 Sprachkanäle
- ISDN-Primärmultiplexanschluss (PRI) — typisch für größere Betriebe, 30 Sprachkanäle
- Analoge Telefonanschlüsse über ISDN-Infrastruktur
Auch wenn Sie glauben, “das geht mich nichts an” — prüfen Sie es. Viele Unternehmen wissen gar nicht, dass ihr Anschluss noch auf ISDN basiert, weil es jahrelang einfach funktioniert hat.
Warum wird ISDN abgeschaltet?
ISDN ist Technologie aus den 1980er Jahren. Die Infrastruktur ist veraltet, Ersatzteile sind knapp, und der Betrieb ist für die Anbieter unwirtschaftlich. In Deutschland wurde ISDN bereits 2022 weitgehend abgeschaltet, die Schweiz hat 2019 umgestellt. Österreich ist damit eines der letzten Länder in Europa.
Die Alternative heißt All-IP: Alles — Telefonie, Internet, Daten — läuft über das Internetprotokoll. Für Sie als Unternehmer bedeutet das: Ihre Telefonie wird zu VoIP (Voice over Internet Protocol).
Was VoIP für Ihr Unternehmen bedeutet
VoIP ist nicht nur ein Ersatz für ISDN — es ist in vielen Bereichen besser:
Flexibilität: Mitarbeiter können von überall telefonieren — im Büro, im Homeoffice, unterwegs per App. Die Durchwahl klingelt dort, wo Sie gerade sind.
Kosten: VoIP-Anschlüsse sind in der Regel günstiger als ISDN. Ein SIP-Trunk für 5 gleichzeitige Gespräche kostet ca. €15-25/Monat. Ein vergleichbarer ISDN-Primärmultiplexanschluss kostete ein Vielfaches.
Funktionsumfang: Anrufweiterleitung, Warteschlangen, Voicemail-to-Email, Konferenzschaltungen — alles inklusive, was bei ISDN teure Zusatzfeatures waren.
Skalierbarkeit: Neuer Mitarbeiter? Neues Telefon anstecken, fertig. Kein Techniker, kein neuer Anschluss, keine Wartezeit.
Was Sie konkret tun müssen
Die Umstellung ist kein Hexenwerk, braucht aber Vorlaufzeit. Hier ist Ihre Checkliste:
1. Status prüfen (sofort)
Rufen Sie Ihren Telefonanbieter an und fragen Sie: “Habe ich noch einen ISDN-Anschluss?” Oder schauen Sie auf Ihre Rechnung — dort steht der Anschlusstyp.
2. Bestandsaufnahme machen
Was hängt an Ihrem ISDN-Anschluss?
- Telefone (wie viele, welche Modelle?)
- Faxgerät?
- Alarmanlagen mit Telefonwähler?
- EC-Kartenlesegeräte mit Telefonanbindung?
- Aufzugnotruf?
All diese Geräte müssen geprüft werden. Manche funktionieren über VoIP-Adapter weiter, manche müssen getauscht werden.
3. Internet-Bandbreite prüfen
VoIP braucht stabiles Internet, aber nicht viel: ca. 100 kbit/s pro gleichzeitigem Gespräch. Für 5 gleichzeitige Telefonate also ca. 500 kbit/s — das schafft jeder DSL-Anschluss. Wichtiger als Geschwindigkeit ist Stabilität: Jitter und Paketverluste machen sich bei VoIP sofort als schlechte Sprachqualität bemerkbar. Ein dedizierter Business-Internetanschluss ist empfehlenswert.
4. VoIP-Lösung wählen
Zwei grundsätzliche Optionen:
Option A — Gehostete Telefonanlage: Der Anbieter betreibt die Telefonanlage in der Cloud. Sie bekommen IP-Telefone auf den Schreibtisch und zahlen pro Nebenstelle. Einfach, wartungsarm, gut für kleine Unternehmen.
Option B — Lokale Telefonanlage (z.B. 3CX auf eigenem Server): Mehr Kontrolle, mehr Funktionen, keine monatlichen Lizenzkosten. Sie brauchen einen kleinen Server im Büro und einen SIP-Trunk-Anbieter. Für Unternehmen ab 5 Telefonen oft die wirtschaftlichere Lösung.
Wir empfehlen für die meisten Kleinunternehmen eine 3CX-Telefonanlage mit Snom- oder Yealink-Telefonen. Solide Hardware, bewährte Software, und Sie behalten die Kontrolle über Ihre Telefonie.
5. Umstellung durchführen
Die technische Umstellung dauert für ein typisches Kleinunternehmen 1-2 Arbeitstage:
- Tag 1: Installation der Telefone, Konfiguration der Telefonanlage, Testen aller Nebenstellen
- Tag 2: Portierung der Rufnummer, Feineinstellung, Einschulung der Mitarbeiter
Wichtig: Die Rufnummernportierung muss rechtzeitig beantragt werden. Rechnen Sie mit 2-4 Wochen Vorlaufzeit ab Antragstellung.
Häufige Fehler bei der Umstellung
“Ich warte, bis A1 mich umstellt.” A1 bietet eigene VoIP-Lösungen an — aber die sind nicht immer die günstigste oder flexibelste Option. Wer selbst aktiv wird, hat die Wahl und spart oft Geld.
“Ich kaufe einfach neue Telefone und steck sie an.” VoIP-Telefone müssen konfiguriert werden. Ohne Telefonanlage (gehostet oder lokal) funktioniert das nicht. Einfach ein IP-Telefon kaufen und anstecken führt zu: nichts.
“Mein Faxgerät funktioniert bestimmt weiter.” Nein. Klassische Faxgeräte über analoge ISDN-Adapter fallen weg. Planen Sie eine Alternative ein — Fax-to-Mail ist für die meisten Unternehmen die sinnvollere Lösung.
“Das betrifft nur große Unternehmen.” Falsch. ISDN-Abschaltung betrifft jeden Anschluss, egal ob 2 oder 200 Leitungen. Gerade Kleinunternehmen werden oft spät informiert und stehen dann unter Zeitdruck.
“VoIP klingt schlecht.” Das war vielleicht 2005 so. Moderne VoIP-Telefonie mit HD-Codecs klingt besser als ISDN. Voraussetzung: ein stabiler Internetanschluss und richtig konfigurierte Netzwerk-QoS.
Was chilli IT für Sie tun kann
Die ISDN-Umstellung ist genau die Art von Projekt, bei der wir helfen: klar definiert, technisch machbar, und mit einem fixen Termin.
Wir bieten die Umstellung als Fixpreis-Projekt an:
- Bestandsaufnahme Ihrer aktuellen Telefonie
- Empfehlung einer VoIP-Lösung (anbieterunabhängig)
- Beschaffung und Konfiguration der Hardware
- Installation und Einrichtung vor Ort in Wien
- Rufnummernportierung
- Einschulung Ihrer Mitarbeiter
- Support nach der Umstellung
Kein Stundensatz-Roulette, sondern ein transparenter Preis vorab. Rufen Sie uns an — noch geht Ihr ISDN-Telefon ja: +43 677 616 649 84.